Treibjagd in der Waldkircher Straße

Fudder hat mir die Story geklaut, nachdem ich so unverschämt war und ihnen diese Fotos hier nicht gratis zur Verfügung stellen wollte. Danach war ich erstmal wieder frustriert, mal wieder auf diesen betrügerischen, ausbeuterischen Misthaufen reingefallen zu sein, und dann hatte ich keine Zeit mehr. Aber hier und jetzt, eine lustige Fotostory.

Es begann eines schönen Nachmittages Mitte November. Die Uni war einige Tage zuvor besetzt worden, die Situation war jedoch stabil, uniformierte Staatsgewalt weit und breit nicht in Sicht. Ich erholte mich gerade zu Hause von den Strapazen der Besetzung, saß an meinem Schreibtisch mit Blick auf den wunderschönen alten Güterbahnnof, als vor meinem Fenster auf einmal Blaulicht vorbei fuhr. Das an sich ist normal, fast jeden zweiten Tag rauscht die Freiburger Feuerwehr hier vorbei um brennende Villen in Herdern zu löschen (oder so), jedoch fährt diese normalerweise (mit dem Blaulicht an) von links nach rechts vorbei, also gen Norden. Dieses hier war erstens keine Feuerwehr und zweitens bewegte es sich in die falsche Richtung. Kaum schaute ich auf die Straße fuhren unter meinem Fenster erst zwei, dann immer mehr unterschiedlichste Polizeifahrzeuge vorbei, welche eine Kuh verfolgten. Jawoll, eine Kuh (ein Rind, ein Stier, wasweißich, auf jeden Fall groß und braun. Kuh klingt schöner). Den zu Viehtreibern beförderten Ordnungshüter gelang es, die Kuh auf das Güterbahnhofsgelände abzutreiben. Dort versuchten sie zunächst vergeblich, die Kuh mit Bauzäunen einzuweiden, um sie in den inzwischen eingetroffenen Viehtransporter vom Schlachthof treiben zu können. Die Kuh drehte eine Runde auf ihrer neuen vorübergehenden Weide, befand sie sei nicht grün genug und rannte den gerade geschlossenen Bauzaun einfach um. Dabei zeigten unsere Behüter in Grün erstaunliche Sprungkraft. Immer mehr Polizeikräfte waren seither eingetroffen. Die Meisten hielten sich jedoch in sicherem Abstand zur Ausbrecherin. Immerhin waren es irgendwann sechs Fahrzeuge und zwölf BeamtInnen. Nachdem die Ku aus dem Bauzaungatter ausgebrochen war versuchten die Beamten es zunächst, unter einsatz der Kratzerfreiheit ihrer schönen Autos, mit einem Kessel:

Die echten Viehtreiber sehen ein bisschen aus wie Sherlock Holmes

Die Polizei war zu langsam, die Kuh flüchtete um die Ecke. Dort konnten (endlich?) die echten Viehtreiber, bewaffnet nicht mit grünen Uniformen und (in diesem Fall ziemlich nutzlosen Lederhandschuhen), sondern Schlagstöcken und Lassos die Kuh einfangen und vorübergehend an einer Plakatwand festbinden bis der Schlachthoflastwagen verladefähig geparkt hatte. Die Polizisten standen wieder in sicherer Entfernung ziemlich nutzlos rum und schauten zu. Aber was hätten sie auch tun sollen. Einer davon liess mich  (ziemlich gereizt und unfreundlich) wissen, dass die Kuh aus dem Schlachthof Freiburg (Google Maps) ausgebrochen war. Immerhin knapp drei Kilometer weit weg.

6 Fahrzeuge, 12 Beamte, 3 Viehtreiber und ein Laster

Immerhin war nach einer halben Stunde Aufregung vor dem Güterbahnhof (und ich habe keine Ahnung wie lange die Kuh insgesamt unterwegs war), der Spuk vorbei, die Kuh wieder eingefangen und wahrscheinlich auf dem besten Weg dazu, Hamburger zu werden und ich hatte einige Fotos geschossen. Ich finde aber dass gerade diese Kuh eine Begnadigung verdient gehabt hätte.

Die Kuh wird verladen

One response to “Treibjagd in der Waldkircher Straße

  1. Irgendwann werden wir die Schweine von fudder ebenso über den Güterbahnhof hetzen. Aber zu Hamburgern verarbeiten? Den Gefallen wird es nicht geben.

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