Category Archives: Stasi 2.0

Zensursula gewinnt haushoch

erachtete es nicht einmal für nötig überhaupt noch zur letzten Lesung des “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” zu erscheinen.

Zensursula

Bild von Pantoffelpunk.de

bleibt nur die Frage: was wird als nächstes zensiert? und wie lange dauert es bis irgendjemand die BKA-Sperrlisten findet und veröffentlicht?

Liebe SPD-Fraktion, die “Kandidatinnen und Kandidaten” zur Bundestagswahl der SPD haben in ihrem Appell ganz Recht:  nachdem 86% der SPD-Abgeordneten sich gegen die “Rekord-Petition” (Heise) für die Zensur entschiede haben werdet ihr es beim Online-Wahlkampf ganz schön schwer haben.

Update zu BKA/ W3R D/\5 L1357 157 D00F

es wird immer lustiger. Das BKA will ja anscheinend die Rechnung für die Brute-force-attack auf die verschwörerische Datein nicht zahlen. Aber schonmal vorausahnend, oder -planend, dass sie im zuge der Neufassung des BKA-Gesetzes wohl öfter verschlüsselte Datein zu knacken sein werden gibts ein neues Projekt bei dem das BKA auf die Unterstützung staatstreuer und terrorfeindlicher MitbürgerInnen bzw. deren Rechenleistung setzt:

BKA@Home

Inspiriert von Diensten wie Seti@Home will nun auch das BKA einen
Dienst bereit stellen bei dem Millionen von Nutzern dazu beitragen
sollen, dass die geheimen Schlüssel von brandgefährlichen
Terrorraubmorkopierschändern geknackt und die wichtigen,
verschlüsselten Terrorraubmordkopierschänder-Texte entschlüsselt
werden können.

steht so auf heise;-) Bei SETI@home und sonstigen lustigen GRID-Comuting Projekten (die es für alles mögliche, von Primzahlsuche bis zur Berechnung von Pokerwahrscheinlichkeiten gibt, hier eine Liste und hier noch eine) muss man ja meist irgendeine Software runterladen. Wäre ja geschickt wenn dann in der BKA@home-Software gleich der Bundestrojaner drin wäre, denn die staatstreuen und terroristInnensuchenden MitbürgerInnen haben ja nix zu verbergen. Oder?

Die Software bekommt dann immer kleine Häppchen an Daten zugeschickt wenn der Comupter zwar läuft, aber grade Rechenzeit frei hat, und da rechnet sie dann fröhlich dran rum und schickt die Ergebnisse an den Server zurück. Dafür wird der User mit lustigen Bildschirmschonerchen belohnt, die denen man beim Proteinefalten zuschauen kann. Oder vielleicht mit der Ehre, dass irgendwann ein Ausserirdischenvolk ihm einem benannt wird wenn dessen Computer sie im Datenwust der NASA entdeckt hat.

Das spart dem BKA (oder SETI oder den Pokerspielern) Geld für teure Rechnerfarmen und Stromkosten. A propos Stromkosten. Eigenlich gehören doch im CO2-Ausstosssenkungsorientieren Deutschland solche Programme prinzipiell verboten, könnten sie doch als Anreiz für User gesehen werden ihre Rechner des nachts laufen zu lassen um XYZ@home rechnen zu lassen.

Bis dahin suche ich eigentlich lieber nach Primzahlen oder falte Proteine statt Passwörter zu hacken. Will ja nicht dass da dann auf einmal auf meinem Bildschirm steht:

Du hattest Erfolg. Dein Computer hat das Passwort gefunden! Es lautet: W3R D/\5 L1357 157 D00F

Pech gehabt, liebes BKA!

01011oder auch: W3R D/\5 L1357 157 D00F

Wie sicher ist DEIN Passwort?

Wie gestern in Annes Blog zu lesen war (und auch auf Heise) hatte das BKA schon vor geraumer Zeit im mg-Ermittlungsverfahren gegen Andrej Holm (alles dazu in Annes Blog) versuchen lassen eine gpg-verschlüsselte Datei, die auf seiner Festplatte gefunden worden war zu öffnen. Praktischerweise war sein Private Key auch dort (immer gut verstecken!). Das BKA hat denKölner Informatikprofessor Schoder damit beauftragt die Passphrase herauszufinden. Das hat er auch. Sie lautet:

W3R D/\5 L1357 157 D00F

Der Inhalt der Datei, laut einem weiteren Heise Artikel von heute (mitzählen!):

Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof. Wer das liest ist doof.

Dreiundzwanzig Mal. Und der Witz: Das BKA will nun die Rechung der Kölner nicht bezahlen. Die Begründung: Die Datei sei noch vollständig entschlüsselt. Dreiundzwanzig Mal ein Satz mit dreiundzwanzig Zeichen. Derselbe Satz, anders geschrieben, als Passphrase. Das MUSS doch irgendeine geheime terroristische Bedeutung haben. Meint das BKA. Tja, da kann wohl ein Informatiker nicht weiter helfen. Vielleicht sollte sich das liebe BKA nun doch an die klassischen Verschwörungstheoretiker wenden.Oder mal wieder 23 schauen.

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Bin ich jetzt auch Terrorverdächtig? Ich verlinke zu Annes Blog, verschlüssle einige meiner Daten und viele Mails an alle die auch GPG nutzen. Und ich mache mich auch gern über das BKA lustig. Wo soll ich nun nur meinen Private-Key verstecken? Ich leg mir mal schnell ein neues Passwort zu.

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Foto: “Richter Friedemann” / http://www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by-nc)
http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de

Spielzeug der Woche: Stop RFID-Badge

ich hab ein neues lieblingsgadget. und eigentlich würde ich gerne mal wieder nach berlin zum 25c3, da war ich scho lange nicht mehr. Egal, was ich eigentlich schreiben wollte: während es im englischsprachigen Netz tolle Seiten wie ThinkGeek – Stuff for Smart Masses mit allem möglichen Zeug gibt (meine Pflanzen (alle legal!!!) wünschen sich immer noch eine bessere Kommunikation mit mir)  kenne ich in Deutschland keine solchen “shops”, abgesehen von Foebud. Deren Spielzeug ist nicht nur cool, sondern auch noch politisch korrekt. sozusagen.

Star unter den Toys ist die TV-B-Gone, Daniele hat sich mal eine gegönnt. Und ich wünsche mir grade einen der “Stop RFID”-Badges, die blinken wenn ein RFID-Scanner in der Nähe ist.

Blinkt wenn ein RFID-Scanner in der Nähe ist.
Blinkt wenn ein RFID-Scanner in der Nähe ist.

Ich bin ja schon lange Fan von allen möglichen Buttons und der Buttonmaschine im (u-)AStA, und wenn es dann auch noch Buttons gibt die lustige Dinge tun, dann lässt das das heimliche geek-Herz natürlich höher schlagen. Jawoll.

Übrigens ist meine Unicard malwieder kaputt (ich verdächtige jk) und ich musste mal wieder mit der Ensafrau verhandeln bis ich eine anonyme Karte bekommen hab.

SimUNI

mal wieder ein kommentar für die u-asta info. ab dem 11.12.08 hier als pdf erhältlich:

KG III und IV waren von Blaulichtern umstellt als ich vergangenen Dienstag vormittag zur Uni kam. Probealarm, dachte ich mir. Uni fällt aus. Juhu. Das ist ja wie in Schulzeiten… Bis mir bewusst wurde dass ich einen solchen in meinen nun fast 10 Semestern an dieser altehrwürdigen Eliteinstitution nicht erlebt habe.
Stud.livette, die sich prompt nach dem Brand ins ferne post-9/11 (oder 911?) vermeintlich sicherere New York geflüchtet hat, war zufälligerweise ganz in der Nähe des Brandherdes und frönte einer Präsenzveranstaltung. Dort wurde mensch sich trotz Schall und Rauch der Gefahr nicht bewusst, weswegen der Unterricht in aller Seelenruhe fortgeführt wurde bis rot uniformierte Männchen in Weltraumanzügen den Raum gestürmt und sie eben diesem verwiesen hätten: ES BRENNE. Leider haben wir Studis ja alle keinerlei Übung mehr mit sowas. Wehmut kommt auf im Gedenken an die freudig erwarteten Probealarme in grauer Vor-, äh Schulzeit.
Vielleicht sollte dies wieder eingeführt werden: Semesterweise Probealarm, vorzugsweise bei erträglichen Aussentemperaturen, alles versammelt sich fach- und semesterweise gruppiert im Innenhof und hat dabei die Chance endlich mal wieder Fachbereichsvollversammlungen abzuhalten. Bleibt nur die Frage wie das früher per Klassenliste überschaubare Durchzählen zu organisieren ist. Die Rettung: SIMUNI: Glücklicherweise verfügt ja inzwischenjedeR Studi über die tollen kleinen unkaputtbaren Multifunktionsdatensammler, “Unicard” genannt. Vielleicht sollte die Uni, Schäuble zu Ehren, endlich papierene Anwesenheitslisten ab- und Kartenlesegeräte an jeder Tür anschaffen. Anwesenheit könnte dann (wie es z.B. für die MitarbeiterInnen im Rektorat schon geschieht) per Funk kontrolliert werden. Nicht nur das, irgendwer in den Katakomben der Uni hätte dann, ganz im Sinne von GTA I oder SimCity, einen schönen Plan der Uni mit lauter kleinen Pünktchen, aka Studierende, wahlweise je nach Fach, Noten, Kaffee- oder Mensaessensgewohnheiten bunt eingefärbt. SIMUNI würde die traumhaft zeitnahe und perfekte Überwachung der Uni heissen. Was für sagenhaft Effizienz- und exzellenzssteigernde Möglichketien sich eröffnen würden: UB-Konto-Dauerüberzieher könnten beim Latte-im-Innenhof schlürfen abgefangen und zur Rückgabe ihrer Bücher gezwungen werden, genauso wie Morgens-um-Acht-Platzbesetzer in den Bibliotheken, die ihre Plätze dann nicht nützen. Lernübereifrige würden alle paar Stunden per SMS (oder vibrieren der UniCard 2G?) daran erinnert mal wieder eine Pause zu machen, bei der Raumvergabe nicht registrierte Versammlungen wie z.B. der Kaffeeverkauf im KGIV zeitnah entdeckt und aufgelöst werden. Dank offener Schnittstellen zu Facebook, Studivz und Twitter könnten KommilitonInnen immer mitverfolgen wer sich gerade wo in der Uni aufhält. Schöne neue RFID-Welt.
A propos RFID: http://www.botanicalls.com verkauft RFID-Kits für Pflanzen, die dann ihre Besitzer wahlweise per Twitter, VOIP-Anruf oder SMS über ihre Bedürfnisse auf dem Laufenden halten können.

*UPDATE: Gestern Nacht wurde noch gekürzt und umgeschrieben. Die endgültige Version hab ich aber nicht hier sondern nur im Heft selbst…

scroogled – google weiss alles

Von Cory Doctorow

Deutsch von Christian Wöhrl

Dieser Text darf unter Beachtung der CC-Lizenzbestimmungen bearbeitet, für nichtkommerzielle Zwecke genutzt und unter gleichen Bedingungen weiterverbreitet werden. Das englische Original dieses Textes findet sich bei Radar online. Weitere Anmerkungen des Übersetzers hier.

Creative Commons License

Google kontrolliert deine E-Mail, deine Videos, deinen Kalender, deine Suchanfragen … Was wäre, wenn es dein Leben kontrollierte?

„Gebt mir sechs Zeilen, geschrieben von den ehrenwertesten Männern, und ich werde einen Grund finden, sie zu hängen.“ Kardinal Richelieu

„Wir wissen nicht genug über dich.“ Google-Chef Eric Schmidt

Greg landete abends um acht auf dem internationalen Flughafen von San Francisco, doch bis er in der Schlange am Zoll ganz vorn ankam, war es nach Mitternacht. Er war der ersten Klasse nussbraun, unrasiert und drahtig entstiegen, nachdem er einen Monat am Strand von Cabo verbracht hatte, um drei Tage pro Woche zu tauchen und sich in der übrigen Zeit mit der Verführung französischer Studentinnen zu beschäftigen. Vor vier Wochen hatte er die Stadt als hängeschultriges, kullerbäuchiges Wrack verlassen. Nun war er ein bronzener Gott, der bewundernde Blicke der Stewardessen vorn in der Kabine auf sich zog. …weiter

Spass mit Datenschutz

zu senden an: alles was euch spass macht, zum beispiel auch ecommerce-datenschutz@bahn.de

Betreff: Auskunftsersuchen nach § 34 BDSG

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit verlange ich Auskunft über alle zu meiner Person oder meinem
Pseudonym “XYZ” gespeicherten Daten. Ich weise darauf hin, dass
Sie nach § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes zur Auskunfterteilung
verpflichtet sind.

Bitte senden sie diese per Post an die in dem Account angegebene
Lieferadressse.

Ich darf Sie bitten, die verlangte Auskunft bis spätestens zum XX.YY.2008 zu erteilen. Sollten Sie eine Fristverlängerung benötigen, bitte ich um eine entsprechende Zwischennachricht. Wird die Auskunft nicht fristgerecht erteilt, muss ich leider die zuständige Aufsichtsbehörde einschalten.

Bitte bestätigen Sie mir kurz den Eingang dieser Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen,

R.