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Brieftauben und Fahrradschlüssel III

Sie sind wieder da! Die Schlüssel. Kamen am Donnerstag wieder zu mir zurück, sorgfältig in einem riesigen wattierten weissen Umschlag verpackt, Handbeschriftet. Geht wohl anscheinend doch nicht über keyfinder.eu oder keyrefinder.eu.
Es hat also 7 oder 8 Tage gedauert bis die Schlüssel wieder da waren. Zugegebenermassen hab ich am Mittwoch, dem 28. nicht in mein Postfach geschaut, es kann also sein dass sie da schon wieder zurück waren. Wie dem auch sei, 7 Tage für verlorene Schlüssel innerhalb Deutschlands ist ganz schön lang. Rechnet man noch nen Tag mit dazu den der ehrenwerte Schlüsselfinder den Schlüssel mit sich rumträgt bis er dannmal zufällig an nem Briefkasten vorbeikommt. Und was macht der Schlüsselbundbesitzer in der Zwischenzeit? Frieren? Laufen? Sich Schlüssel nachmachen lassen? Seinem Arbeitgeber beichten dass er den Büroschlüssel verloren hat und die Schlüsselanölage nun ausgetauscht werden muss?
Dabei war ein nettes Anschreiben, aber lest selbst:
Antwort 1 vom Conrad SchlüsselserviceUmschlag

Spielzeug der Woche: Schlüsselanhänger

Schlüsselbund2Neulich im Technikwunderland Conrad in Benztown, sozusagen, liess ich mir eine Kundenkarte aufschwatzen. Obwohl ich normalerweise was gegen solche Datensammelsysteme habe hat die von Conrad einen grossen Vorteil: einen Schlüsselfundservice.

Das Prinzip dürfte bekannt sein. Aber hier nochmal zur Erinnerung: Man bekommt ein kleines Märkchen (mit einer individuellen Nummer, manchmal sogar mit Barcode, zukünftig wohl mit RFID-Chip) drauf und einem Text wie z.B.:

Lieber Schlüsselfinder, bitte werfen Sie diesen Schlüsselbund in den nächsten Briefkasten. Er wird dann automatisch dem Eigentümer zugestellt. Danke!

So ein Service (den die Postbank auch für ihre Elite “Select” Kunden anbietet, sogar mit Metallmarke statt mir Plastikteil) erschien mir als ein fairer Preis für meine Daten. Ausserdem kaufe ich sowieso fast nie “in persona” beim Conrad  und beim Onlineeinkauf erheben sie ohnehin weitaus mehr Daten.

Und was hat das nun mit Spielzeug zu tun? Nun, ich habe ja immer Spass daran existierende Systeme zu testen und zu hinterfragen. Beim Lesen des Textes auf dem Anhänger (s.o.) sprangen mir auch gleich die Schlagwörter “Schlüsselbund”, “Briefkasten”, “zugestellt” ins Auge und ich überlegte was ich denn damit machen könnte. Ich bin ja ein grosser Fan von Mailart und “dokumentiere” auch alle meine Postkarten (irgendwann poste ich sie auch mal, versprochen). Beim ersten Brainstorming mit mir selber entstand dann folgendes Konzept:

Ich werde einen der drei (ja, es gab wirklich sogar drei Anhänger) an einen “falschen” Schlüsselbund (also einen mit lauter Schlüsseln die ich nicht mehr brauche (Spenden nehme ich gerne entgegen)) hängen und mir diesen wiederholt selbst schicken. Jedesmal wenn ich den Schlüsselbund “verschicke” werde ich ihn weiter verfremden. Vom Schlüsselbund zum Schlüsselloch über einen einzigen Schlüssel, das Abbild und den Umriss eines Schlüssels (weitere Ideen irgendwer?). Dabei wird dokumentiert wie die “Postkarten” vor und nach Versand aussehen und ggf. auch die Korrespondenz mit Conrad. Zunächst werde ich nicht darauf vertrauen dass die Schlüssel immer von lieben Schlüsselbundfindern gefunden oder verstanden werden und werde sie bei dieser Serie sicherheitsweise immer selbst einwerfen. Für die nächste Serie wären dann Schlüsselbund-in-der-Nähe-eines-Briefkastens-verlieren-und-Teleobjektiv Programm.

Ich bin mal gespannt wie schnell ich aus dem Bohnusprogramm wieder rausfliege. Über Kritik, Anregungen und weitere Verfremdungen (oder Tipps für weitere Schlüsselfundservices) freue ich mich natürlich.

Und hier nun Fotos vom ersten Versuch, verschickt heute per Briefkasten Hauptpost Freiburg.

Schlüsselbund1