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u-asta info: Doro für PRESS-ident

Wieder einmal einen Artikel für die u-asta info geschrieben, diesmal zusammen mit Johnny D. Ganz im Sinne von “online first” dürft ihr ihn hier schon lesen anstatt bis Donnerstag vor der Mensa warten zu müssen. Ab Donnerstag verlinke ich dann auch das Original PDF auf der u-asta Website

Doro for PRESS-ident.

Über Drogen, Argumente und Schleudersitze.

Jetzt sitzen wir hier rum und sollen etwas über die Person namens Doro schreiben, die zum letzten Mal die Produktion der alten Zeitung mit dem neuen Namen verantwortet, deren Teil auch dieser Text ist. Womit anfangen? Wie in den meisten Geschichten üblich, war auch am Anfang von Doros Geschichte das Wort. Genauer gesagt, eine größere Anzahl von Wörtern, auf einem Blatt Papier gedruckt und Teil einer Serie von Papierblättern mit dem Titel „u-asta-info“. Die Durchsicht aller u-asta-infos seit # 726 (“Die u-Krise – Fakten, Analysen, Kommentare”) war kein einfaches Unternehmen, denn wir begannen in Erinnerungen zu schwelgen, so wie das eben geschieht, wenn frau oder mann in alten Fotoalben herumblättert. Früher war doch alles besser. Aber dazu an anderer Stelle mehr.


Schließlich besiegten wir unsere Nostalgie und fanden Doros ersten Artikel sieben Monate und 13 Ausgaben später in # 739, welches damals von H J. S. pressereferiert wurde (noch ohne Zigarre). Ihr erster Artikel war ein netter kleiner Werbeartikel für „for UN“, einem boot camp für die Henry Kissingers unserer Generation. Die Artikelunterschrift mit der etwas zu nahe liegenden Pointe: [Dorothee ist unser neuestes Redaktionsmitglied und bringt aus ihrem Heimatort Warstein reichlich journalistische Erfahrung mit. Und zum Glück kein Bier.] Im selben Heft debütierte auch der ähnlich talentierte aber weniger erfolgreiche Robin Gommel mit einer Kritik an „Berlin ’05“, einem boot camp für die Al Gores unserer Generation auf Seite 2. Er wurde anders als Doro nie Oberpresser, dafür aber Obersetzer. Wer daraus schließen möchte, dass sich Doro zu Robin verhält wie Kissinger zu Gore, tut dies auf eigene Verantwortung.


Nun zu etwas völlig anderem: Der Stuhl der Oberpresserei (also der vor dem Computer mit Indesign) besitzt eine Schleuderfunktion auf einen der studiengebührenbefreiten Vorstandssitze im Zimmer nebenan. Wie in diesen Fällen üblich, ziert Doro sich aber mit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur. Wie ebenfalls üblich ist das jedoch nur eine Frage der Zeit und damit der Gehirnwäsche. Gehirne werden durch Drogen oder Argumente gewaschen. Da Doro, wie Henry Kissinger, immun gegen Drogen ist (s.u.) wird dies durch Argumente geschehen. Was genau qualifiziert Doro für einen Vorstandssitz? Hier die Argumente, mit denen ihr Gehirn gewaschen wird:

Zunächst einmal die FS Politik, logischerweise, denn die hatte schon lange keine Vertreterin mehr im Vorstand – ein Übel. So wie Geschichten mit Worten beginnen (en archē ēn ho Logos), beginnen Übel mit Wurzeln (Radix omnium malorum est cupiditas). Sind nicht die Fachschaften die Wurzel allen Übels? Sie werben die Erstis, sozialisieren und konditionieren sie in ihrem Sinne und lassen sie dann auf den armen u-asta los, der mit ihnen klar kommen muss. So war es auch bei Doro: Für die Fachschaft übernahm sie nach ersten tapsigen Layoutversuchen am u-asta-info ihren ersten Chefredaktionsposten eines anderen Blattes des “Universitätsverwaltungsveröffentlichungsgenres” (Wortschöpfung aus ihrem ersten Editorial), namentlich des berühmten KoVo Politik. Ihr erster Titel im SoSe 06: “Das Be-Zaubernde” (damals noch mit schwarz-weissem Cover. Eine Selbstreferenz?); dort sicherte sie sich auch gleich die vorletzte Seite. Es gibt, wie hieraus klar hervorgeht einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Schöpfen von Worten und dem Beseitigen der Wurzel von Übeln. Oder umgekehrt, egal. Eine Geschichte mit Anfang braucht einen Schluss, und jeder weiß, dass am Schluss von Geschichten die Wurzel von Übeln beseitigt werden. Jedenfalls ist ihre Beförderung zum Vorstandssitz per Schleuderfunktion quasi notwendig, ihr Weg dorthin bereits strukturiert, so wie der Flug eines Schleudersitzes durch die Gesetzte von Gravitation und Raumzeit strukturiert ist.

Außerdem: Sie trinkt nicht. Das schützt zwar nicht vor langen einsamen Nächten im Büro, aber immerhin vor langen, einsamen und unproduktiven. Angeblich raucht sie auch nicht (obwohl diesbezüglich widersprüchliches Bildmaterial existiert). Sie kann Befehle erteilen (So ihre letzte sonntagnachmittägliche Anweisdung über den Schreiberlingsmailverteiler: „An mein Volk: KOMMEN!“) und Arbeit delegieren und tut das gerne. Ihre Emails bestehen i.d.R. aus Aufgabenverteilung nach dem Schema @Name: tu dies und das, @Name: tu das und dies. Der Weg vom Oberpresser zum Drücker ist kurz. Trotzdem ist sie meist, wenn sie nicht gerade für ihre heimische Provinzzeitung Kleintierzüchter besucht oder auf den Spuren von Sex and the City (und Robins Zweithandy) durch NYC wandelt, die erste und letzte wenn es um die sonntägliche Satzarbeit geht. Sie kommt damit klar, dass alle anderen (uns eingeschlossen) ihre Aufgaben immer erst in allerallerletzter Minute erledigen (so auch diesen Text), hat aber meist noch kreative Lückenfüller in Reserve. Talent und Vorliebe zur Kommunikation hat sie ebenso (auf dem internen Fachschaftsmailinglisten-Ranking steht sie mit 190 Mails seit dem 1.1.2006 auf Platz 3 nach Robin und Maren²), sie kennt den u-asta besser als die Meisten der letzten Vorstandsgenerationen ihn zu Amtsantritt kannten, sie versteht es Kritik zu üben und Kommentare zu allem zu schreiben (siehe KoVo SoSe07).

Doro mit dem zurückeroberten Handy

Doro mit Robins Handy in NYC. Foto: Handy-Entführer Lucien Samaha

Schließlich: Als stud.livette hat sie oft genug bewiesen, dass sie so weit über diesem ganzen hochschulpolitischen Kindergarten steht, dass sie ihm mit Humor begegnen und wenn nötig mit Sarkasmus in den Arsch beißen kann. Zurück zu NYC. JA, auf die liebe Doro ist Verlass. So flog sie sozusagen extra nach New York, um Robins zufällig dorthin geflohenes Schweizer Dienstmobiltelefon wieder einzufangen, was natürlich gleich professionell verpackt und dokumentiert wurde (vgl. Foto). Und nicht zuletzt verfügt unsere aller liebste Doro über Unmengen an Zeit, hat sie doch die kommenden Semester nichts weiter zu tun als ab und zu mal im KG IV vorbei zu schauen und ein paar Zeilen an ihrer Magisterarbeit weiterzukritzeln. Was bei ihrem Talent ja schnell gehen sollte.

Und wenn all diese Argumente nun noch nicht genug brainwässernd gewirkt haben müssen wir wohl doch auf die Drogen zurückgreifen

In diesem Sinne: lorem ipsum…

Jonny D. und Robin Gommel

Kommentar Unijubiläum

Kommentar für das u-asta info zur Eröffnung des Unijubiläums,

vielleicht alleinstehend etwas “out-of-context”, die Begleitartikel gibts hier

Studierende? Unerwünscht.

Die Uni feiert Geburtstag. Und das im großen Stil. Eröffnet wurde all dies zum zweiten Mal vergangenen Samstag im Konzerthaus. Tausend fünfhundert Gäste fasst der Große Saal im Konzerthaus. Alles was Rang und Namen hat in und um die Uni wurde eingeladen. Angeblich. Der Festakt sei „auf sehr große Resonanz gestoßen“ und deshalb seien „alle Plätze im Konzerthaus bereits ausgebucht“ ließ die Pressestelle bereits am 11. Juni verlauten. Nur, wer hatte diese 1.500 Einladungen bekommen?

„Freiburg – wir sind die Universität“. Damit wirbt die Uni vordergründig, während die Unileitung im Hintergrund Partizipationsmöglichkeiten und Mitspracherechte von Studierenden so klein wie möglich zu halten versucht. Die Feststellung, dass die Studierenden mit einer Anzahl von knapp 20.000 die größte Gruppe innerhalb der Uni stellen, abgesehen vielleicht von Büchern und Ratten, die fast genauso viel Mitwirkungsrechte haben, ist keine neue. Aufs Neue jedoch zeigt sich die Systematik, mit der die Studierenden von allen wichtigen Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Keine einzige Eintrittskarte wurde an „ganz normale“ Studierende ausgegeben. Einzig studentische Mandatsträger wie Fakultätsräte und Senatsmitglieder und einige Repräsentanten einiger studentischer Gruppen wurden geladen. Alle „Normalsterblichen“ mussten sich mit einer Videoübertragung in einen Hörsaal begnügen.

Zu Beginn des Redenmarathons stellte sich heraus, dass nur knapp 2/3 der Sitzplätze überhaupt belegt waren. Erstaunlich, war die Pressestelle gar so weit gegangen war, nur ausgewählte Journalisten zu akkreditieren. Mensch erinnere sich nur an die Akkreditierungen zum G8. Bisher habe ich bei keiner Veranstaltug im Konzerthaus solch aufwändige Sicherheitsmaßnahmen erlebt wie am 7.7.07.

Warum dies? Versteckt sich die Unileitung vor den Studierenden, aus Furcht vor einem weiteren Debakel wie beim Eröffnungskonzert?

Die Begründungen für die Klatschorgien bei ebendiesem waren zu vielfältig um sie hier zu erörtern. Allen gemein könnte eine Ablehung des Regierungsstils des derzeitigen Rektors gewesen sein. Keineswegs richtete sich der damalige Boykott der Rede Jägers gegen die Uni, das Orchester oder das Jubiläum.

Somit dienten die 5 Minuten die Hermann, explizit in seiner Funktion als AStA-Vorstand, zugestanden worden waren einmal mehr als Feigenblatt für die an „unserer“ Uni mit Exzellenz praktizierte Dekokratie der akademischen „Selbst“verwaltung.